Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt will Forschung zu ME/CFS und Post-/Long Covid stärken
Matthias Hauer Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt © TMF e.V./Volkmar Otto
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat eine neue Förderrichtlinie zur Erforschung der Krankheitsmechanismen postakuter Infektionssyndrome veröffentlicht. Im Fokus stehen Erkrankungen wie ME/CFS und Post-/Long Covid. Ziel ist es, die biologischen Prozesse, die zur Entstehung und Ausprägung dieser Erkrankungen beitragen, besser zu verstehen und neue Ansätze für Prävention, Diagnostik und Therapie zu ermöglichen.
Mit der Förderung sollen interdisziplinäre Forschungsverbünde unterstützt werden, die untersuchen, welche Mechanismen im Körper an postinfektiösen Erkrankungen beteiligt sind und wie sich diese gezielt beeinflussen lassen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den unterschiedlichen Krankheitsausprägungen, ihren klinischen Merkmalen und ihrer Abgrenzbarkeit.
Grundlage für gezieltere und individualisierte Therapien
„Wir bringen eine weitere Maßnahme der Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen auf den Weg und treiben die Forschung dazu voran“, erklärt Matthias Hauer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und Vorsitzender des Steuerungskreises der Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen.
Ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen sei entscheidend, um neue Möglichkeiten für die Prävention, Diagnose und Behandlung zu erschließen. Gleichzeitig könne die Forschung dazu beitragen, eine stärker individualisierte, präzisionsmedizinische Versorgung von Menschen mit postakuten Infektionssyndromen zu ermöglichen.
Long COVID: Zehn Jahre Forschung mit 500 Millionen Euro
Die neue Förderrichtlinie ist Teil der Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen. Um die Forschung langfristig zu stärken, hat das BMFTR gemeinsam mit Partnern aus der Gesundheitsforschung eine auf zehn Jahre angelegte Forschungsinitiative ins Leben gerufen. Dafür stellt das Ministerium insgesamt 500 Millionen Euro bereit.
Postakute Infektionssyndrome sind komplexe Erkrankungen, die verschiedene Organsysteme betreffen und sich von Mensch zu Mensch unterschiedlich äußern können. Trotz der erheblichen Krankheitslast sind die zugrunde liegenden Mechanismen bislang nur unzureichend verstanden. Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass verschiedene, teilweise miteinander wechselwirkende Prozesse an der Entstehung und Ausprägung beteiligt sein könnten.
Die Nationale Dekade soll dazu beitragen, diese Wissenslücken systematisch zu schließen und die Entwicklung neuer Diagnoseverfahren, Therapien und Rehabilitationsangebote voranzubringen. Auch die Prävention postinfektiöser Erkrankungen ist ein wichtiger Bestandteil der Forschungsstrategie.
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