Neue AG Digitale Instrumente: Aufbau gemeinsamer Infrastruktur für Wearables-Daten
Die Plattform LongCARE hat eine neue Arbeitsgruppe „Digitale Instrumente“ eingerichtet. © Pexels
Ziel der neuen Arbeitsgruppe ist es, Daten aus Wearables als ergänzende Informationsquelle zu bereits bestehenden klinischen und forschungsbezogenen Datensätzen nutzbar zu machen. Im Zentrum steht der Aufbau eines sogenannten „Wearables Data Hub“. In diesen könnten Daten aus verschiedenen Projekten einfließen und sowohl für die jeweilige Eigenforschung als auch projektübergreifend innerhalb des Förderschwerpunkts zur Verfügung stehen. Perspektivisch ist zudem eine Nachnutzung der Daten für weiterführende Forschungsfragen vorgesehen.
Ein wichtiger Aspekt der AG-Arbeit ist die Einbindung von Projekten, die bislang keine oder nur eingeschränkte Erfahrungen mit der Erhebung von Wearables-Daten haben. Diese sollen die Möglichkeit erhalten, innerhalb der verbleibenden Projektlaufzeit bis Ende 2028 zusätzliche Daten über Wearables zu erheben und in die gemeinsame Infrastruktur einzubringen.
Mit der wachsenden Verfügbarkeit von Wearables-Daten eröffnet sich die Chance, diese Datenkategorie über Projekte und Standorte hinweg vergleichbarer und nutzbarer zu machen. Dabei wird geprüft, inwieweit eine gemeinsame Nutzung möglich ist, ohne langwierige Harmonisierungsprozesse zwischen einzelnen Datensätzen durchlaufen zu müssen. Gleichzeitig soll definiert werden, welche konkreten Wearables-Daten erhoben werden sollen und wie diese sinnvoll mit weiteren Datenquellen verknüpft werden können.
Gemeinsame Standards und Best Practices
Neben der technischen und inhaltlichen Ausgestaltung der Dateninfrastruktur gehören auch Fragen der Standardisierung, Datenqualität und Governance zu den zentralen Aufgaben der AG. In weiteren Schritten sollen zudem Erfahrungen aus bereits bestehenden Wearables-Projekten innerhalb von LongCARE eingebunden werden, um gemeinsame Standards und Best Practices zu entwickeln.
Die Arbeitsgruppe wird von Prof. Dr. Dr. Christine Happle (Medizinische Hochschule Hannover, Projekt U-Watch), Prof. Dr. Christian Puta (Universitätsklinikum Jena, Projekt SynoSyS.PC) und Prof. Dr. Dirk Brockmann (Technische Universität Dresden, Projekt SynoSyS.PC) geleitet.
„Wir freuen uns sehr, dass einige Projekte aus LongCARE die Bereitschaft signalisiert haben, sich an einer zusätzlichen Datenerhebung auf Basis von Wearables-Daten zu beteiligen“, erläutert Prof. Dr. Dr. Christine Happle. „Von dieser Zusammenarbeit wird unsere Forschung profitieren und langfristig auch betroffenen Patientinnen und Patienten zugutekommen.“
„Langfristig sehen wir im Wearables Data Hub große Chancen für die Forschung zu postinfektiösen Erkrankungen“, betont Prof. Dr. Christian Puta. „Der Hub wird interdisziplinär arbeiten und Expertise aus Medizin, Physik, Biometrie, Data Science und Sportwissenschaft bündeln. Diese Zusammenarbeit ist notwendig, um das Potenzial von Wearables-Daten nachhaltig auszuschöpfen.“
„Wir müssen das Arbeiten mit Wearables als einen iterativen Prozess verstehen, in dem wir schrittweise lernen, Strukturen anpassen und kontinuierlich verbessern“, erklärt Prof. Dr. Dirk Brockmann. „Nur so können wir die Komplexität der Datenintegration sinnvoll bewältigen und gleichzeitig flexibel auf neue Erkenntnisse reagieren.“